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Wenn Frau* (nicht) will, steht alles still.


Grußwort der sächsischen Staatsministerin der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung Katja Meier:

Liebe Besucher*innen, liebe Teilnehmer*innen

wie zahlreiche andere Veranstaltungen steht auch das Leipziger Frauen*Festival in diesem Jahr leider im Zeichen der Pandemie. Zwar liefern sinkende Inzidenzzahlen im Moment Anlass zur Hoffnung, dass bald wieder große Veranstaltungen möglich sein werden. Aber die Verschiebung ins kommende Jahr ist die richtige Entscheidung. Das Organisationsteam hat zudem ein digitales Ersatzprogramm auf die Beine gestellt, und das ist angesichts der geplanten Stadtrundgänge auch ganz wörtlich zu verstehen.

Ich freue mich sehr, dass interessierte Besucher*innen auf diese Art vielleicht ein paar weniger bekannte Aspekte nicht nur der Leipziger Geschichte kennenlernen können. Denn es tut unserem Geschichtsverständnis mehr als gut, wenn die Rolle der Frauen* im Herbst 1989 erlebbar gemacht wird.  „Ohne UNS kein WIR!“ – dieses Motto stand aus gutem Grund von Anfang an im Zentrum des Leipziger Frauen*Festivals.

Auch unter diesen erschwerten Bedingungen wird das Frauen*Festival seinem ursprünglichen Anliegen damit vollauf gerecht. Denn es engagiert sich dafür, Frauen* im politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben zu mehr Sichtbarkeit und Öffentlichkeit zu verhelfen. Und es schafft das, was im Zuge der Corona-Pandemie ein immer kostbareres Gut geworden ist und uns künftig vielleicht etwas weniger selbstverständlich scheinen wird: Präsenz.

Ich wünsche Ihnen allen inspirierende Begegnungen und freue mich sehr auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr.

Ihre
Katja Meier

Liebe Besucher*innen, liebe Teilnehmer*innen

Grußwort der Leipziger Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke:

Liebe Frauen, liebe Leser*innen,

nur zu gut kann ich anhand der vergangenen Monate nachempfinden, was die Verschiebung ihres Festivals in das Jahr 2022 für sie bedeutet. Diese enormen Bemühungen und unendliche Flexibilität, die uns die Pandemie abverlangt, sind in Gänze schwer zu ertragen. Daher verdient jede verantwortungsvolle Entscheidung unseren Respekt. Sie handeln aus ihren Überzeugungen heraus, mit Weitblick und Umsicht zugunsten der gesamten Gesellschaft. Wir befinden uns in einem seltsamen Moment inmitten der spürbaren und so notwendigen Wiederbelebung des öffentlichen Lebens, die Situation Großbritanniens vor Augen als mögliches Szenario für einen Ausbruch der Delta-Variante, die sich ähnlich allerorts abspielen kann. Daher ist der Fokus auf einzelne digitale Formate sowie Stadtrundgänge im öffentlichen Raum absolut nachvollziehbar und begrüßenswert.
Leipzig ist eine bewegte und eine bewegende Stadt, die freiheitlich-demokratisches Leben in den Mittelpunkt stellt. Das belegt das aktuelle Themenjahr ‚Leipzig – Stadt der sozialen Bewegungen‘ mit Blick auf die historischen Anknüpfungspunkte, aber auch ihr Festival ähnlich wie vielfältige weitere Projekte und Akteure in Leipzig. Durch die zahlreichen kulturellen Angebote in unserer Stadt wird deutlich, wie stark unsere Gesellschaft von bürgerschaftlichem Engagement gestützt wird. Leipziger*innen verkörpern eine „Jetzt-erst-recht-Haltung“: Probleme lösen und nicht warten, bis sie von anderen gelöst werden. Daraus entstehen Innovation und Dynamik. Durch die Fähigkeit des Dialogs, der Auseinandersetzung und der Bereitschaft zur Kooperation kann sich unsere Stadt weiterentwickeln. Dazu tragen sie im Wesentlichen aus einer ganz besonders wichtigen Perspektive bei – mit einem einzigartigen Festival zur gleichberechtigten Beteiligung von Frauen. Dass das notwendig ist, fällt schwer zu glauben. Aber sie tun gut daran, diese Entwicklung selbstbewusst zu beschleunigen. Ihr Festival setzt ein Zeichen für eine gerechtere Zukunft und somit folgen sie den vielen Generationen vor uns, die sich in Leipzig als Wiege der Frauenbewegung bereits seit dem 18. Jahrhundert dafür einsetzen.

Dr. Skadi Jennicke
Beigeordnete und Bürgermeisterin für Kultur


Das Vierte Leipziger Frauenfestival wurde in der bisherigen Form auf den 18.06.2022 verschoben.

Am 30.04.2021 haben alle, die in der Vorbereitung bzw. Umsetzung des Vierten Frauen*Festivals beteiligt sind, gemeinsam die Verschiebung des Leipziger Frauen*Festival in der bisherigen Form mit großer Bühne und einem Markt voller Stände und Aktionen … in das Jahr 2022 beschlossen.

Dies ist uns sehr schwer gefallen – doch bezugnehmend auf das aktuelle Infektionsgeschehen war der entscheidender Aspekt, dass die Wahrscheinlichkeit möglicher Infektionen während des Frauen*Festivals für den Zeitraum Juni 2021 schlicht zu hoch sein würde. Ein großer Teil der Akteurinnen* und Besucher*innen hätte im Juni 2021 noch nicht den vollen Impfschutz gehabt… und die Möglichkeit, dass sich Menschen kurz vor einer Impf-Immunisierung noch mit Sars-Cov2 anstecken könnten und möglicherweise schwer bzw. längerfristig an Covid-19 erkranken… dieses Risiko will das Festival-Team nicht eingehen.


Aber auch im Jahr 2021 ist das LEIPZIGER FRAUEN*FESTIVAL hörbar und sichtbar präsent: Am 26.06.2021 im Radio, digital im Netz und analog informierend auf den Leipziger Markt und an weiteren Orten der Leipziger Innenstadt.

Im Rahmen von „Leipzig. Stadt der sozialen Frauen*-Bewegungen“ u.a. mit:

Frauen*Stadtrundgängen digital auf www.leipzigerfrauenfestival.de:
– zur Ersten deutschen Frauenbewegung mit einem Rundgang der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e. V.
– „Self-Walk-Stadtrundgang“ der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V.
– eine digitalen Ausstellung der GEDOK Leipzig:
„Why are you here“ von Nori Blume
Über folgende Links (als pdf-Downloads) wird es am 26.06.21, 11-14 Uhr eine kleine LIVE Übertragung aus der Ausstellung geben

Frauen*Stadtrundgängen analog – beginnend auf dem Leipziger Markt
– um 15 Uhr zur Aufarbeitung der Hexenverfolgung in Leipzig
– um 16 Uhr zur Frauenbewegung 1989

Straßenkreide-Aktion ab 15 Uhr auf dem Marktplatz

RADIO-FESTIVAL von 14 – 17 Uhr | 21 – 24 Uhr auf Radio Blau unter www.radioblau.de bzw. 99,2 MHz,
welches u.a. die Unverzichtbarkeit der aktiven und gleichberechtigten Beteiligung von Frauen* für unser freiheitlich-demokratisches gemeinsames Leben thematisiert – auch im Kontext des Festival-Leitgedankens: „Wenn Frau* (nicht) will, steht alles still“
– Interviews mit feministischen Akteurinnen*, u.a. zu den Themen Zukunft, Diversität, Kunst …
– The March of the Women – Featuring Frauenchor Canta Animata
– Disco-Nacht mit female Artists: DJ IPEK, CFM & MARCELA

Weitere und aktuelle Infos folgen unter:
www.leipzigerfrauenfestival.de | #FrauenFestivalLE | #OhneUnsKeinWir
http://Frauenfestival Leipzig (@leipziger.frauen.festival) • Instagram-Fotos und -Videos
Leipziger Frauenfestival – Startseite | Facebook

Der Feministische Frauen*Stadtplan Leipzig
… noch unvollendet… zum Neugierigmachen -> Hier der Link
Made by Anna-Maria Dutz

Wir laden alle ein, einander am 26.06.2021 in den o.g. Räumen zu begegnen, Neues zu erfahren … mit Freude zu hören, zu tanzen … und daraus viel Neugierde und Lust mitzunehmen … ins Jahr 2022.


Und warum ein Leipziger Frauen*Festival?

Freiheitlich-demokratisches Leben braucht aktive und gleichberechtige Beteiligung von Frauen. Die globalen und gesellschaftlichen Herausforderungen werden komplizierter und die wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen sind nicht absehbar. Es braucht Gemeinsinn und Weitsicht, um die Zukunft zu gestalten. Es braucht ein Wir. Und ein Wir ohne Frauen gibt es in einer Demokratie nicht. Es liegt an UNS, wie WIR auch gesellschaftliche Widersprüche lösen können. Es liegt an UNS, wie WIR ein gewaltfreies und friedliches Band zwischen den Menschen unterschiedlicher Religionen, Kulturen bzw. Herkunftsländer bewirken können. Gemeinsam geht es besser! Ohne UNS aber kein WIR.

Viel wurde in vergangenen Jahrzehnten erreicht – doch auch heute sind Frauen* in vielen Bereichen des Alltags und gesellschaftlichen Lebens nicht in angemessener und gleichberechtigter Weise vertreten. Aber in unserer Demokratie ist die Zeit überfällig, um Kraft, Beharrlichkeit, Kreativität und den Mut zu Veränderungen von Frauen* den äquivalenten Raum zu geben und neue Wege zu beschreiten. Und das Frauen*Festival ist passender Anlass, um Frauen* in ihrer Souveränität, Individualität und Lebensfreude einen öffentlichen Raum zu geben – und zwar völlig losgelöst von religiös-kultureller Herkunft.

Dieses Festival versteht sich als ein Impuls-gebendes Kultur-Event:
Frauen* aus verschiedenen Kulturräumen setzen in Leipzig ein Zeichen für eine gerechte Zukunft.

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Frauen, Frauen* oder FLINTA*?

Die Diskussion um das „Für und Wider des Gendersternchens“ führen wir seit Jahren auf sehr unterschiedlichen Ebenen. Positionen und Meinungen von FLINTA*-Personen aus unseren Wirkungskreisen sind sehr verschieden und aus unseren Erfahrungen mehr „pro als kontra“.

Bei unseren feministischen Projekten und Zielgruppen nutzen wir sprachlich FLINTA* wie auch Frauen*. Im Kontext des gesamtkonzeptionellen Anliegens haben wir uns im Team auf die Bezeichnung „Leipziger Frauen*Festival“ verständigt.

Entscheidend ist letztendlich immer: Wie wird das „Gender-Sternchen“ verstanden und kommuniziert!

Jetzt-Stand:
Für uns steht „das Sternchen bei Frauen*“ für die breite Vielfalt an Personen, die sich selbst als Frauen lesen bzw. die als Frauen gelesen werden oder sich nicht im binären Geschlechterkonstrukt verorten.

Das Sternchen ist auch Symbol für: Frauen sind divers, sind nicht nur weiße Cis-Frauen; sie haben verschiedene Geschlechtsidentitäten, leben diverse sexuelle Beziehungen – und das Sternchen symbolisiert die Aufhebung der nicht wirklichkeitsabbildenden binären Geschlechterperspektive.

FLINTA steht für: Frauen, Lesben, Inter-, Nicht-binäre, Trans- und Agender“-Personen