Liebe Besucher*innen, liebe Teilnehmer*inne

Am 30.04.2021 haben alle, die in der Vorbereitung bzw. Umsetzung des Vierten Frauen*Festivals beteiligt waren, gemeinsam die Verschiebung des Leipziger Frauen*Festival in der bisherigen Form mit großer Bühne und einem Markt voller Stände und Aktionen … in das Jahr 2022 beschlossen.

Dies ist uns sehr schwer gefallen – doch bezugnehmend auf das aktuelle Infektionsgeschehen war der entscheidender Aspekt, dass die Wahrscheinlichkeit möglicher Infektionen während des Frauen*Festivals für den Zeitraum Juni 2021 schlicht zu hoch sein würde. Ein großer Teil der Akteurinnen* und Besucher*innen hätte im Juni 2021 noch nicht den vollen Impfschutz gehabt… und die Möglichkeit, dass sich Menschen kurz vor einer Impf-Immunisierung noch mit Sars-Cov2 anstecken könnten und möglicherweise schwer bzw. längerfristig an Covid-19 erkranken… dieses Risiko will das Festival-Team nicht eingehen.


Aber auch im Jahr 2021 ist das LEIPZIGER FRAUEN*FESTIVAL hörbar und sichtbar präsent gewesen: Am 26.06.2021 im Radio, digital im Netz und analog informierend auf den Leipziger Markt und an weiteren Orten der Leipziger Innenstadt.


Im Rahmen von „Leipzig. Stadt der sozialen Frauen*-Bewegungen“ u.a. mit:

Frauen*Stadtrundgängen digital auf www.leipzigerfrauenfestival.de:
– zur Ersten deutschen Frauenbewegung mit einem Rundgang der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e. V.
– „Self-Walk-Stadtrundgang“ der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V.
– eine digitalen Ausstellung der GEDOK Leipzig:
„Why are you here“ von Nori Blume
Über folgende Links (als pdf-Downloads) wird es am 26.06.21, 11-14 Uhr eine kleine LIVE Übertragung aus der Ausstellung geben

Frauen*Stadtrundgängen analog – beginnend auf dem Leipziger Markt
– um 15 Uhr zur Aufarbeitung der Hexenverfolgung in Leipzig
– um 16 Uhr zur Frauenbewegung 1989

Straßenkreide-Aktion ab 15 Uhr auf dem Marktplatz

RADIO-FESTIVAL von 14 – 17 Uhr | 21 – 24 Uhr auf Radio Blau unter www.radioblau.de bzw. 99,2 MHz,
welches u.a. die Unverzichtbarkeit der aktiven und gleichberechtigten Beteiligung von Frauen* für unser freiheitlich-demokratisches gemeinsames Leben thematisiert – auch im Kontext des Festival-Leitgedankens: „Wenn Frau* (nicht) will, steht alles still“
– Interviews mit feministischen Akteurinnen*, u.a. zu den Themen Zukunft, Diversität, Kunst …
– The March of the Women – Featuring Frauenchor Canta Animata
– Disco-Nacht mit female Artists: DJ IPEK, CFM & MARCELA


Wir laden alle ein, einander am 26.06.2021 in den o.g. Räumen zu begegnen, Neues zu erfahren … mit Freude zu hören, zu tanzen … und daraus viel Neugierde und Lust mitzunehmen … ins Jahr 2022.

Grußwort der sächsischen Staatsministerin der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung Katja Meier:

Liebe Besucher*innen, liebe Teilnehmer*innen

wie zahlreiche andere Veranstaltungen steht auch das Leipziger Frauen*Festival in diesem Jahr leider im Zeichen der Pandemie. Zwar liefern sinkende Inzidenzzahlen im Moment Anlass zur Hoffnung, dass bald wieder große Veranstaltungen möglich sein werden. Aber die Verschiebung ins kommende Jahr ist die richtige Entscheidung. Das Organisationsteam hat zudem ein digitales Ersatzprogramm auf die Beine gestellt, und das ist angesichts der geplanten Stadtrundgänge auch ganz wörtlich zu verstehen.

Ich freue mich sehr, dass interessierte Besucher*innen auf diese Art vielleicht ein paar weniger bekannte Aspekte nicht nur der Leipziger Geschichte kennenlernen können. Denn es tut unserem Geschichtsverständnis mehr als gut, wenn die Rolle der Frauen* im Herbst 1989 erlebbar gemacht wird.  „Ohne UNS kein WIR!“ – dieses Motto stand aus gutem Grund von Anfang an im Zentrum des Leipziger Frauen*Festivals.

Auch unter diesen erschwerten Bedingungen wird das Frauen*Festival seinem ursprünglichen Anliegen damit vollauf gerecht. Denn es engagiert sich dafür, Frauen* im politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben zu mehr Sichtbarkeit und Öffentlichkeit zu verhelfen. Und es schafft das, was im Zuge der Corona-Pandemie ein immer kostbareres Gut geworden ist und uns künftig vielleicht etwas weniger selbstverständlich scheinen wird: Präsenz.

Ich wünsche Ihnen allen inspirierende Begegnungen und freue mich sehr auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr.

Ihre
Katja Meier



Grußwort der Leipziger Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke:

Liebe Frauen, liebe Leser*innen,

nur zu gut kann ich anhand der vergangenen Monate nachempfinden, was die Verschiebung ihres Festivals in das Jahr 2022 für sie bedeutet. Diese enormen Bemühungen und unendliche Flexibilität, die uns die Pandemie abverlangt, sind in Gänze schwer zu ertragen. Daher verdient jede verantwortungsvolle Entscheidung unseren Respekt. Sie handeln aus ihren Überzeugungen heraus, mit Weitblick und Umsicht zugunsten der gesamten Gesellschaft. Wir befinden uns in einem seltsamen Moment inmitten der spürbaren und so notwendigen Wiederbelebung des öffentlichen Lebens, die Situation Großbritanniens vor Augen als mögliches Szenario für einen Ausbruch der Delta-Variante, die sich ähnlich allerorts abspielen kann. Daher ist der Fokus auf einzelne digitale Formate sowie Stadtrundgänge im öffentlichen Raum absolut nachvollziehbar und begrüßenswert.
Leipzig ist eine bewegte und eine bewegende Stadt, die freiheitlich-demokratisches Leben in den Mittelpunkt stellt. Das belegt das aktuelle Themenjahr ‚Leipzig – Stadt der sozialen Bewegungen‘ mit Blick auf die historischen Anknüpfungspunkte, aber auch ihr Festival ähnlich wie vielfältige weitere Projekte und Akteure in Leipzig. Durch die zahlreichen kulturellen Angebote in unserer Stadt wird deutlich, wie stark unsere Gesellschaft von bürgerschaftlichem Engagement gestützt wird. Leipziger*innen verkörpern eine „Jetzt-erst-recht-Haltung“: Probleme lösen und nicht warten, bis sie von anderen gelöst werden. Daraus entstehen Innovation und Dynamik. Durch die Fähigkeit des Dialogs, der Auseinandersetzung und der Bereitschaft zur Kooperation kann sich unsere Stadt weiterentwickeln. Dazu tragen sie im Wesentlichen aus einer ganz besonders wichtigen Perspektive bei – mit einem einzigartigen Festival zur gleichberechtigten Beteiligung von Frauen. Dass das notwendig ist, fällt schwer zu glauben. Aber sie tun gut daran, diese Entwicklung selbstbewusst zu beschleunigen. Ihr Festival setzt ein Zeichen für eine gerechtere Zukunft und somit folgen sie den vielen Generationen vor uns, die sich in Leipzig als Wiege der Frauenbewegung bereits seit dem 18. Jahrhundert dafür einsetzen.

Dr. Skadi Jennicke
Beigeordnete und Bürgermeisterin für Kultur